Lese-Rechtschreibstörung / Legasthenie

Die Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und der Rechtschreibung sind eine Teilleistungsstörung und nicht abhängig von den allgemeinen Lern- und Leistungsmöglichkeiten, denn diese Kinder sind durchschnittlich oder häufig sogar überdurchschnittlich intelligent und wurden durchgängig beschult. Ebensowenig ist eine Beeinträchtigung der Seh- und/oder Hörleistung ursächlich. 

 

Ein legasthenes Kind macht sehr viele Rechtschreibfehler und ist häufig gleichzeitig beim Lesen in unterschiedlicher Ausprägung beeinträchtigt. Selbst durch kontinuierliches oder gar verstärktes Üben können diese Schwierigkeiten in der Regel nicht abgebaut werden. Im Gegenteil, verstärktes Üben oder klassische Nachhilfe lassen oftmals beim Kind die Frustration, den Druck und die Angst weiterhin zu versagen wachsen. 

 

Die LRS ist nach dem internationalen Klassifikationsschema ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine anerkannte Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten (F 81.0 Lese-Rechtschreibstörung  bzw. F 81.1 isolierte Rechtschreibstörung).  Wissenschaftler schätzen, dass ca. 5-10% der Gesamtbevölkerung von einer Lese-Rechtschreibstörung betroffen sind. Aktuelle Forschungen gehen darüberhinaus davon aus, dass ca. 3-8% aller Schüler eine isolierte Lesestörung ohne gravierende Schwächen in der Rechtschreibung aufweisen. Eine nicht spezifisch behandelte Legasthenie führt häufig zu einem nicht begabungsadäquaten Schulabschluss und als Folge dessen zu einem geringeren Ausbildungsniveau. Auf psychischer Ebene zeigen sich emotionale Störungen sowie u.U. soziale Auffälligkeiten, die eine Gefährdung der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben mit sich bringen können. 

 

Vielfältige Ursachen können für eine LRS herangezogen werden, so gehen wissenschaftliche Forschungen davon aus, dass neurobiologische Faktoren zu einer beeinträchtigten visuellen und / oder auditiven Wahrnehmungsverarbeitung führen bzw. genetische Faktoren eine große Rolle spielen. 

 

Zur Behandlung einer diagnostizierten Lese-Rechtschreibstörung bedarf es einer qualifizierten Therapie. Für die Diagnostik und Förderung der von einer LRS betroffenen Kinder und Jugendlichen benennt die S3-Leitlinie klare interdisziplinäre Richtlinien.